
WOHIN MIT DEM MÜLL? Im Museum Ostwall im Dortmunder U ist ab sofort die Ausstellung ‘Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls’ zu sehen, die vergangene Woche unter großem Andrang eröffnet wurde. Die umfassende Gruppenschau versammelt rund 50 Werke internationaler Künstler*innen, darunter Installation, Video, Skulptur, Fotografie und Medienkunst. Was geschieht mit dem Abfall einer globalisierten Konsumgesellschaft, wer ist verantwortlich – und wer trägt die Folgen? Eine Vielzahl künstlerischer Perspektiven bringt dazu Gedanken, Fragen und mögliche Lesarten ins Spiel. Positionen seit den 1960er-Jahren werden dabei mit zeitgenössischer Kunst in Beziehung gesetzt. So treffen frühe Arbeiten wie jene von Allan Kaprow oder Nancy Holt auf neue Auftragswerke, die globale Müllrouten, koloniale Kontinuitäten und toxische Rohstoffkreisläufe sichtbar machen. Besonders eindrücklich ist die Installation ‘Los de arriba y los de abajo’ (2015) des französischen Künstlers Kader Attia: Besucher*innen durchschreiten einen schmalen Gittergang unter darauf abgeladenem Müll und erfahren die körperliche Dimension sozialer Ungleichheit am eigenen Leib (s. Titelbild). Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie Müll nicht nur als lästiges Material, sondern als politisches und gesellschaftliches Symptom zwischen Wohlstand, Verdrängung und globaler Verantwortung gelesen werden kann. Ergänzt wird die Schau durch ein umfangreiches Rahmenprogramm für Groß und Klein mit Workshops, Führungen und Mitmachaktionen. In diesem Sinne, nichts wie hin! 😊 Mehr Infos hier:
www.dortmunder-u.deKim-Camille Kreuz
Info: Mit In Suspension untersucht Kim-Camille Kreuz (geb. 1999 in Traunstein, DE) zeitlich fragile Zustände von Sichtbarkeit. Flüssiges Paraffinwachs wird in Metallrahmen gegossen. Solange es warm ist, wirkt seine Oberfläche reflektierend und spiegelt die Atelierumgebung fragmentiert. Die transienten Konfigurationen lösen sich mit dem Abkühlen auf und entziehen sich. Kreuz hält diesen kurzlebigen Zustand aus wechselnden Perspektiven fotografisch fest. Sobald das Wachs ausgehärtet ist, wird die Fotografie zurück auf seine Oberfläche gedruckt und damit an ihren materiellen Ursprung zurückgeführt. Der Träger fungiert hier nicht als neutrales Substrat, sondern ist Bedingung der Bildentstehung. Variationen in der Pigmentierung verschieben dabei die Schwelle der Lesbarkeit. Je dunkler das Wachs, desto stärker entzieht sich die Darstellung einer gegenständlichen Klarheit und verdichtet sich zu Konturen und Lichtwerten. Sichtbarkeit ist nicht vorausgesetzt, sondern materiell und graduell bestimmt. Es bleibt eine Oberfläche, die die Erinnerung an ihr Werden trägt. Galerie: 3.–4. April 2026 / Cabinet: 8. April – 22. Mai 2026.

Anahita Razmi (Künstlerin), Dr. Nico Anklam (Direktor, Museen der Stadt Recklinghausen)
Info: Zum Abschluss der Ausstellung Affinities – Neue Begegnungen in der Sammlung der Kunsthalle Recklinghausen laden wir am Donnerstag, 2. April 2026 um 18 Uhr herzlich ein zu einem Künstlerinnen-Gespräch mit Anahita Razmi und Museumsdirektor Dr. Nico Anklam. Razmi ist eine von fünf Gastkünstler*innen in der Ausstellung, die auch den Abschluss des 75. Jubiläumsjahres der Kunsthalle bildet und über 50 Werke aus der Sammlung der Kunsthalle, des ehemaligen Vestischen Museums sowie des Ikonen-Museums mit wichtigen künstlerischen Stimmen von außerhalb der Sammlung verbindet. Razmi arbeitet in Installation, Bewegtbild, Fotografie, Objekten und Performance. Ausgehend von ihrem deutsch-iranischen Hintergrund untersucht sie in ihrer künstlerischen Praxis kontextuelle, geografische und ideologische Verschiebungen – mit einem besonderen Fokus auf die Übergänge zwischen Konstruktionen wie East und West, also den globalen Einteilungen durch die westliche Welt in geografische Spähren von Ost und West, Orient und Okzident. (…) Die Ausstellung ist noch bis Ostermontag, 6. April in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen.

Andreas Keil, Bert Didillon
Info: Bert Didillon bringt bei seiner Arbeit das Ideale und das Profane zur Kollision. Die dabei freiwerdenden Energien führen zur Entstehung unbekannter Objekte. Andreas Keil betreibt raumgreifende Erkundungen der Malerei, die auch als Metapher für die Suche nach der unerkannten Schönheit verstanden werden können. Zusammen animieren sie das LABOR am Ebertplatz mit ihren Arbeiten zu einem postminimalistischen Erfahrungsfeld.

Philipp Goldbach
Info: Philipp Goldbach untersucht in seinen Arbeiten Ordnungen des Wissens im medialen Wandel. Er überführt im Verschwinden begriffene Trägermaterialien in neue ästhetische Erfahrungen, und macht Strukturen, Speicherprozesse und die Mediengeschichte selbst zum Thema seiner Installationen, Objekte und Bilder. In dem gemeinsam mit Steffen Siegel realisierten Werk der Serie Lossless Compression steht die Diathek von Andreas Krase im Zentrum. Krase lehrte von 1985 bis 1992 Fotogeschichte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und baute dort eine Diathek auf, die als leise Störung der diskursiven Ordnung der DDR lesbar ist. (…) Goldbach und Siegel zeigen in einer minimalistisch anmutenden Installation die nummerierten und beschrifteten Diakästen zusammen mit einem Glossar, das die hinter dieser Sammlung wirksamen Arbeitsprinzipien entfaltet.

Info: Möglichkeit bezeichnet einen Zustand des Noch-Nicht. Sie ist keine feste Größe, sondern eine dynamische Konstellation aus Bewegung; ein Gefüge von Potenzialen, Kräften und Beziehungen. Im Moment ihres Erscheinens verdichtet sie sich zur Entscheidung für eine bestimmte Form aus einer Vielzahl denkbarer Varianten. Vor diesem Hintergrund lassen sich die Arbeiten von Kirstin Arndt lesen. Ihre künstlerische Praxis richtet sich auf die Untersuchung von Material, Struktur sowie der architektonischen und räumlichen Situation, wobei die Idee einer Form den Ausgangspunkt bildet. Durch Proben und Versuche geht sie mit diesen Bedingungen um. Sie erscheinen dabei nicht als feststehende Gegebenheiten, sondern als Instanzen, Faktoren, durch die sich eine Form bilden kann. Wie wenig Linie braucht es, damit Fläche entsteht?, ist eine Frage zu sein, die vielen ihrer Studien und Arbeiten zugrunde liegt. Zudem berührt diese Frage den Übergang zwischen den Disziplinen, in denen Arndt ausgebildet wurde. Elemente der Malerei – Linie, Fläche und Farbe – werden aus der Ebene gelöst und in räumliche Situationen überführt. Linien erscheinen als Fäden, Drähte oder Holzstäbe; Flächen als gespannte, gefaltete oder geschnittene Materialien. (…)

Info: She was abandoned by her parents and survived illness twice. She was an art star, but is now making feature films. She was happily married – now she is happily dating a man half her age. Location: Sankt-Apern-Str. 26, 50667 Cologne.
