ArtJunk
No. 44—2026

 

 

This Week

Carnivalesque

Ruttkowski;68

Henrik Godsk

Info: Henrik Godsk (b. 1975 in Hjørring, DK) presents his fourth solo exhibition, Carnivalesque, at Ruttkowski;68 in Düsseldorf. The exhibition is comprised of new paintings, installations and sculptural objects that were all made for the space in Dūsseldorf. The title of the exhibition refers to the thinker and theorist Mikhail Bakhtin, who in his literary and cultural studies used the medieval carnival as a metaphor for what he called the carnivalesque. The carnivalesque can be described as a ritualistic spectacle where traditional ideas, hierarchies and power structures are suspended, so that a coexistence of different social registers and cultural expressions arises. Henrik Godsk, who is a seventh generation traveller and is part of the Scandinavian traveller- and circus family Hertzberg, began decorating fairground facades from a very early age. The folkloric aesthetics from his founding years are still present in his work, which also contain a wide range of art historical references, ranging from Renaissance and Baroque court painting to modernism.

Ruttkowski68 Henrik Godsk ArtJunk

Intervall

Kunstverein Siegen

Thuy Tien Nguyen (Förderpreisträgerin Junge Kunst)

Info: Der Förderpreis Junge Kunst wird alle zwei Jahre von der Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur in Kooperation mit dem Kunstverein Siegen vergeben. Er unterstützt Künstler*innen am Beginn ihrer professionellen Laufbahn. Die Sparkasse Siegen begleitet die Ausstellung als Sponsorin. (…) Wie finden wir Halt, wenn wir zwischen Orten, Sprachen und Erwartungen leben? Was bleibt von Erfahrungen, die sich in unsere Körper eingeschrieben haben? In Intervall beschäftigt sich Nguyen mit Erinnerung, Zugehörigkeit und dem Versuch, das eigene Gleichgewicht zu finden. Die zwischen Vietnam und Deutschland arbeitende Künstlerin nimmt persönliche Erfahrungen zum Ausgangspunkt, um gesellschaftliche Regeln und Vorstellungen von Normalität zu untersuchen. Wie lernen wir, uns zu bewegen, zu schreiben und unseren Platz in einer Gemeinschaft zu finden? Wann bietet eine Struktur Sicherheit – und wann verlangt sie von uns, dass wir uns anpassen? Nguyen übersetzt diese Fragen in Materialien und räumliche Situationen, die Vertrautes ungewohnt erscheinen lassen. Weiches trifft auf Starres, Feuchtigkeit auf Trockenheit; Gegenstände erscheinen verschoben, verbogen oder verwandelt. Intervall erkundet die Zwischenräume von Halt und Disziplin, Nähe und Distanz, Festhalten und Veränderung. (…) Zur Eröffnung sprechen Tristan Vitt (Bürgermeister, Stadt Siegen), Dr. Nadine Uebe-Emden (Vorstandsvorsitzende, Sparkasse Siegen), Dr. Eva Schmidt (Vorsitzende, Kunstverein Siegen) und Jennifer Cierlitza (Direktorin, Kunstverein Siegen).

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Les Choses

Droste Galladé

Felix Kultau

Info: Les Choses. The things. But not in the sense of noumena, of things-in-themselves. The term points to the great collective mass of objects with which we, today, construct our lives; the things we hanker after, that we use to define ourselves as individuals, both socially and culturally. The things are slightly menacing, threatening to take over. The title of Felix Kultau’s new exhibition at Droste Galladé is borrowed from Georg Perec’s 1965 novel about a young French couple whose lives are dominated by their material desires, to the extent that their fantasies about furniture and design all but paralyse their existence. Theirs is a life barely lived, a life lived through dreams, in a tale told through long and detailed descriptions of perfect apartments and the objects that fill them. We never quite grasp who they really are, because their half-baked identities never successfully flower into real personalities. They remain agents of desire, and never more than that. This loose, even faulty, connection between identity and objects is the subject of the exhibition Les Choses. – Text excerpt by Gillian Osborne

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Upcoming

stay, stray, stay

buvac contemporary

Emmélie Lempert

Info: Emmélie Lemperts Arbeiten bewegen sich zwischenTextilkunst, Skulptur und Malerei. Verbindende The-men sind Körpertransformationen, weibliche Identitätskonstrukte und surreale Mutationen zwischenMenschen und tierisch anmutenden Wesen. stay, stray, stay, der Ausstellungstitel, verweist auf das Bleiben und das Abweichen von Zuständen, auf einen rhythmischen Prozess der Veränderung, des Sich-Entfernens, Zurückkommens und Offenbleibens. Darin befinden sich Lemperts Körperwesen. Hinter den Glasplatten scheinen ihre Textilobjekte zu schweben. Sie erinnern an vielarmige Kraken, an historische Kostüme und alienartige Frauenkörper. Ohne starke Farben, Kontraste oder oberflächliche Aufschreie wirken die Arbeiten, als würden sie flüstern und sich dabei magisch wie ein Schattenspiel ohne Schatten entfalten. Lemperts Sprache besteht aus Wörtern wie zarte, organische Gebilde, ihre Grammatik steht hell in hell, und Nähte, Knitter und Falten erschließen die Sinnzusammenhänge. Sie näht jedes Kleidungsstück selbst. Es sind Teile, die man meistens direkt auf der Haut spürt, wie Unterwäsche, Shapewear, Handschuhe oder Nachtwäsche. »Sie tragen bereits Vorstellungen davon in sich, wie ein Körper geformt, bedeckt, diszipliniert oder präsentiert werden soll.« Die Stücke wurden getragen, benutzt und teils etwas verdreckt. Schmutz, Dehnung, Risse und Erdpartikel bleiben zurück. (…)

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The Alis’ Narrative

Dittrich & Schlechtriem

Soufiane Ababri

Info: DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, mit The Alis’ Narrative die dritte Einzelausstellung der Galerie mit Soufiane Ababri und seine erste Einzelausstellung in Köln zu präsentieren. Die Ausstellung eröffnet in der Woche der ART COLOGNE und ist vom 3. November 2026 bis zum 30. Januar 2027 in den neuen Galerieräumen in der Roonstraße 108 zu sehen. Ababris künstlerische Praxis schöpft aus Literatur, Film, Musik sowie sozialen und politischen Geschichtsschreibungen, um Fragen von Anderssein, Begehren und Zugehörigkeit zu untersuchen. Indem er seine eigene Biografie und Herkunft mit einem umfassenden Archiv queerer kultureller und intellektueller Referenzen verknüpft, hinterfragt er die Art und Weise, wie Geschichte geschrieben wird, und rückt dabei marginalisierte Geschichte, persönliche Erinnerungen und intime Begegnungen in den Vordergrund. Seine fortlaufende Serie farbiger Buntstiftzeichnungen, die Bedworks, entstehen im Liegen im Bett. Damit verlagert Ababri die Künstlerische Produktion bewusst aus dem vertikalen Raum des Ateliers in den horizontalen, privaten Raum des Schlafzimmers. Intimität und Häuslichkeit werden so zu Ausgangspunkten für die Auseinandersetzung mit queeren und migrantischen Erfahrungen sowie mit den komplexen Bedingungen eines Lebens zwischen verschiedenen Kulturen.

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Wolfgang-Hahn-Preis 2026: Lee Ufan

Museum Ludwig

Lee Ufan

Info: Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung (Schule der Dinge), einem Kollektiv von Künstler*innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene. (…) Preisverleihung und Eröffnung um 18:30 Uhr.

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