ArtJunk
No. 11—2026

 

 

This Week

Wer könnte der Sonne widersprechen?

Brunhilde Moll Stiftung

Evelyn Möcking, Daniel Nehring

Info: Zwei Positionen, ein gemeinsamer Nenner: wo Kunst auf Wissenschaft trifft, beginnt ihr eigentliches Spielfeld. Während Evelyn Möcking ihr Wissen aus der naturwissenschaftlichen Präparation in eine künstlerische Praxis überführt, die Materialkenntnis und forschende Neugierde verbindet, arbeitet Daniel Nehring mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden und (digitalen) bildgebenden Verfahren. Die Gemeinsamkeiten der Düsseldorfer Künstler*innen liegen weniger in einer formalen Ähnlichkeit als in einer geteilten Haltung: Kunst als offener, interdisziplinärer Denkraum, in dem Wissen sichtbar, befragbar und neu erfahrbar wird. So wird die gemeinsame Ausstellung Wer könnte der Sonne widersprechen?, die ab dem 14. März 2026 in den Räumen der Brunhilde Moll Stiftung am Drakeplatz 4 zu sehen sein wird, selbst zur Kontaktzone, einem experimentellen, forschenden System zwischen Material und Modell, Wissenschaft und Imagination, Wahrnehmung und Erkenntnis. Prozesse, Kreisläufe und Transformationen verdichten sich hier zu einem dialogischen Gesamtgefüge.

Brunhilde Moll Stiftung Evelyn Möcking Daniel Nehring ArtJunk

Yayoi Kusama

Museum Ludwig

Info: Yayoi Kusama wurde mit ihren begehbaren Spiegelräumen weltberühmt, ihre Polka-Dots sind wie zu einem Markenzeichen geworden. Im Jubiläumsjahr zeigt das Museum eine große Überblicksausstellung der japanischen Künstlerin, die einen Einblick in ihr über siebzig Jahre umspannendes Schaffen gibt. Denn schon in der großen Schenkung von Peter und Irene Ludwig, die 1976 zur Gründung des Museum Ludwig führte, befand sich ein Werk von Yayoi Kusama. Neben diesem und weiteren ikonischen Werken zeigt die Schau auch Arbeiten, die in Europa nie zuvor zu sehen waren. Ein Highlight wird der neue Infinity Mirror Room sein, den sie im Museum einrichtet. (…) Zur Eröffnung sprechen per Videobotschaft: Yilmaz Dziewior (Direktor, Museum Ludwig), Stephan Diederich (Kurator der Ausstellung, Museum Ludwig), Carla Cugini (Geschäftsführende Vorständin, Peter und Irene Ludwig Stiftung), Takako Fujibayashi (Direktorin, Yayoi Kusama Studio), Torsten Burmester (Oberbürgermeister, Stadt Köln), Jürgen Wilhelm (Stellv. Vorsitzender, Landschaftsversammlung Rheinland) und Jo Stenuit (Direktor Design, Mazda Europe).

Museum Ludwig Yayoi Kusama ArtJunk

_ _ _STADT

Kunstverein Siegen

Ada Van Hoorebeke, Alwin Lay, Amedeo Polazzo, Ana Navas, Erika Hock, Ida Kammerloch, Karla Zipfel, Paula Erstmann, Sarah & Charles, Samuel Treindl, SpätiSpäti, Yoel Pytowksi

Info: Der Kunstverein Siegen öffnet mit _ _ _STADT einen Ort, der so nie als Kunstraum gedacht war: das leerstehende Karstadt-Gebäude. Wo einst Käufer*innen und Waren über Rolltreppen wanderten, Schaufenster verführten und Konsum den Takt vorgab, entsteht nun temporär ein Raum für eine künstlerische und architektonische Auseinandersetzung: Ein ehemaliges Kaufhaus – in Siegen wie in vielen anderen Städten zum Sinnbild des innerstädtischen Strukturwandels geworden – wird zum Experimentierfeld. An Deutschlands steilster Einkaufsstraße, im Übergang zwischen Unter- und Oberstadt, verdichten sich Fragen nach Zukunft, Identität und urbaner Öffentlichkeit. Was bedeutet Leerstand in einer Stadt im Wandel? Welche Geschichten sind in diesen Räumen gespeichert – und welche neuen können hier beginnen? (…) Ort: ehem. Karstadt-Gebäude, 2. UG, Kölner Str. 1, 57072 Siegen / Eingang: Dicker Turm / Zur Eröffnung sprechen Tristan Vitt (Bürgermeister Stadt Siegen, Schirmherr der Ausstellung), Jennifer Cierlitza (Direktorin, Kunstverein Siegen) und Prof. Tobias Hönig (Architekt, N_AS – Neue Architekturschule Siegen).

Kunstverein Siegen Stadt ArtJunk
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Upcoming

Surface as Field

boa basedonart

Pia Fries, Jutta Haeckel, Angelika J. Trojnarski

Info: Surface as Field versteht Malerei nicht als abgeschlossene Fläche, sondern als operatives Terrain – als Ort, an dem Material, Geste und Struktur in ein offenes Verhältnis treten. Die Oberfläche fungiert dabei nicht als Grenze, sondern als Handlungsraum, in dem Verdichtung, Leerstellen und Strukturen miteinander interagieren. In den Arbeiten von Pia Fries bilden Farbschichtungen, Überlagerungen und dynamische Eingriffe die Grundlage der Bildstruktur. Die Farbe verdichtet sich zu reliefartigen Formationen, sodass der Bildraum nicht illusionistisch, sondern physisch erfahrbar wird. Zugleich sind die weißen Leerstellen des Bildgrundes sichtbar und fungieren als aktiver Gegenraum. (…) Jutta Haeckel destabilisiert die traditionelle Geschlossenheit der Leinwand, indem sie in die Struktur des Bildträgers eingreift. Herausgelöste Fäden, Perforationen und Bearbeitungen der Leinwand von Vorder- und Rückseite lassen die Farbe hindurchtreten, verschieben oder versickern. Durch diese Eingriffe entsteht ein permeables Gefüge, in dem die Struktur selbst zum Träger von Bildlichkeit wird. (…) Angelika J. Trojnarski entwickelt ihre Arbeiten aus der Auseinandersetzung mit physikalischen Kräften und ökologischen Zusammenhängen. Diese Fragestellungen übersetzt sie in Malerei, wobei sie mit Materialien wie Farbe, Blei, Ruß und Papierfragmenten arbeitet. Die einzelnen Elemente bleiben erkennbar, sind jedoch aufeinander bezogen. (…) Gemeinsame Eröffnung der Galerien in Düsseldorf-Flingern.

boa basedonart Pia Fries ArtJunk

Degree Show 2026

Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen

Studierende der HBK Essen

Info: Es ist wieder so weit, die HBK Essen öffnet ihre Tore und lädt zur Abschlussausstellung ihrer Studierenden ein. Dieses Semester ist in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes: Zum ersten Mal findet die Ausstellung am neuen Campus City.Nord in den Räumen der TRUDI Kultur Kathedrale statt und zeitgleich feiert die Hochschule den bisher größten Abschlussjahrgang in der Geschichte der HBK Essen. Freut euch auf zahlreiche beeindruckende Werke aus Kunst, Design und Games! Der Eintritt ist wie immer frei. (…) Öffnungszeiten: Freitag, 20. März, 19–22 Uhr / Samstag, 21. März, 12–18 Uhr / Sonntag, 22. März, 10–18 Uhr / Ort: HBK Essen, Campus City.Nord, Pferdemarkt 3, 45127 Essen.

HBK Essen Degree Show 2026 ArtJunk

Sachlich – magisch – visionär

Von der Heydt-Museum Wuppertal

Carl Grossberg

Info: Die Ausstellung des Von der Heydt-Museums feiert die Wiederentdeckung eines der herausragenden Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstanden ist, widmet sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen. Die Ausstellung, die erste Retrospektive seit über 30 Jahren, betrachtet Carl Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert eine Reihe von bisher unbekannten Arbeiten. Dabei zeigt sich, wie aktuell Grossbergs Werke sind, in künstlerischer wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Insbesondere die vieldeutig lesbaren Traumbilder, einzigartig in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, weisen ihn als hoch sensiblen Intellektuellen aus. (…) Zur Eröffnung sprechen Heiner Fragemann (Bürgermeister, Stadt Wuppertal), Ina Brandes MdL (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Marc Kanzler (Vorstandsvorsitzender, Dr. Werner Jackstädt-Stiftung), Axel Jütz (Vorstandsvorsitzender, Sparkasse Wuppertal) und Dr. Roland Mönig (Direktor, Von der Heydt-Museum).

Von der Heydt-Museum Wuppertal Carl Grossberg ArtJunk
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