
ABKÜHLUNG GEFÄLLIG? Wer nach der Hitze der vergangenen Tage eine kleine Erfrischung sucht, dürfte diese Woche auch in der Kunst fündig werden. Zwischen Meeresexpeditionen, verborgenen Seen und Pflanzenwelten laden zahlreiche Ausstellungen dazu ein, Natur und Landschaft neu zu entdecken. Den Auftakt macht am Freitag, den 3. Juli, die Ausstellung ‘Cooling Waters – A Video Walk’ im Düsseldorfer Areal Böhler. Der ungewöhnliche Parcours versammelt filmische Arbeiten, die im Rahmen von Expeditionen der Pariser Tara Ocean Foundation entstanden sind, darunter Beiträge des französischen Künstlers Pierre Huyghe (*1962), einem der bedeutendsten Medien- und Installationskünstlern der Gegenwart. Zwischen Eislandschaften, Tiefseeaufnahmen und marinen Lebenswelten verwandeln sich das ehemalige Stahlwerk in einen Ort zwischen Forschung und Fernweh. Das Wochenende führt schließlich weiter an ungewöhnliche Orte: Während die Kunsthalle Düsseldorf mit ‘Beneath the Surface, Beyond the Trees’ einen sonst unzugänglichen See in Kaiserswerth erstmals für künstlerische Interventionen öffnet (s. Titelbild), zeigt die Stiftung Insel Hombroich mit ‘Was für Blumen’ neue Perspektiven auf die Pflanzenwelt. Viel Spaß beim Besuch! 😊 OPENINGS: Areal Böhler (‘Cooling Waters’), Kunsthalle Düsseldorf (‘Beneath the Surface…’), Lehmbruck Museum (Dejan Sarić), MGKSiegen (‘Der Legende nach’), Insel Hombroich (‘Was für Blumen’ / Frieda Hünsch), Clemens Sels Museum Neuss (‘Mensch & Natur im Wandel…’), Kunstpalast (‘Die Grosse’), PAW (‘Verge’), Anna Laudel (‘Zeitgeist’)…
Alle Termine dieser WocheMaeva Bardy, Ellie Ga, Giulia Grossmann, Pierre Huyghe, Katia Kameli, Yoann Lelong, Malik Nejmi
Info: Mit Cooling Waters – A Video Walk präsentiert das Areal Böhler in Zusammenarbeit mit der Tara Ocean Foundation eine Ausstellung über das Meer, die Forschung und das Fernweh. Die Ausstellung versammelt filmische und performative Arbeiten, die aus Künstlerresidenzen an Bord der Forschungsschiffe der Tara Ocean Foundation hervorgegangen sind. Vertreten bei dem Video Walk sind Arbeiten von Pierre Huyghe, Maeva Bardy, Katia Kameli, Yoann Lelong, Malik Nejmi, Giulia Grossmann und Ellie Ga. Seit mehr als zwanzig Jahren erforscht die Stiftung die Ozeane der Welt und lädt Künstler dazu ein, ihre Expeditionen zu begleiten. Die daraus entstandenen Arbeiten erstrecken sich über das gesamte Areal auf Kranbahnen, an Fassaden und in den kühlen Hallen des ehemaligen Stahlwerks. Mitten im Hochsommer treffen Bilder von Eislandschaften, Tiefseeexpeditionen und marinen Lebenswelten auf Beton, Stahl und aufgeheizte Oberflächen. Ergänzt werden die Videoarbeiten am Sonntag durch Ellie Gas Live-Performance The Fortunetellers und das anschließende Künstlergespräch mit Elke Kania. (…) Ort: VAW – Vitrine am Wasserturm.

Dora Budor, Tony Cokes, Terry Fox, Jason Hirata, Nancy Holt, Margaret Honda, Katalin Ladik, Maria Lassnig, Lorenza Longhi, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Yvonne Rainer, Bridget Riley, Stephen Willats
Info: Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. (…) Zur Eröffnung sprechen Adrian Viteritti (Stadtrat & stellv. Aufsichtsratsvorsitzender, MGKSiegen), Thomas Thiel (Direktor, MGKSiegen), Clara Maria Blasius und Paula Thomaka (Kuratorinnen der Ausstellung).

Aljoscha, Daniel Hölzl & Abie Franklin, Sofía Magdits Espinoza, Sophie Utikal, Finnegan Shannon
Info: Der Suitbertus-See in Düsseldorf Kaiserswerth ist ein Ort, der normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist: ein abgeschirmtes Gewässer, das seit 1970 vom Verein SAC Düsseldorf-Kaiserswerth 1909 e.V. gepachtet und zum Angeln genutzt wird. Im Rahmen der Ausstellung Beneath the Surface, Beyond the Trees wird der See temporär geöffnet und erstmals als Bühne für künstlerische Interventionen genutzt. Diese treten, mal behutsam, mal irritierend, in einen Dialog mit dem Ökosystem des Sees und seiner Umgebung und erzeugen so neue Perspektiven auf den Ort. (…) Die Ausstellung nutzt verschiedene räumliche Ebenen, um den Ort erfahrbar zu machen: Die Wasseroberfläche als aktive, bewegliche Fläche, das Ufer als Schnittstelle zwischen Gewässer und Umgebung sowie die umliegende Natur als Raum für Entdeckung, Irritation und Annäherung. Ort: Suitbertus-See, SAC Düsseldorf-Kaiserswerth 1909 e.V., Weg nach den Hingbenden 19, 40489 Düsseldorf.

Laurenz Berges
Info: Die Düsseldorfer Fotoschule ist bis heute eine der einflussreichsten künstlerischen Strömungen in der Fotografie. Ihr Vertreter Laurenz Berges war einer der letzten Meisterschüler, die Bernd Becher an der Kunstakademie unterrichtete. Berges hat an der Folkwang-Universität Essen und an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und war 1988/89 in New York Assistent von Evelyn Hofer, einer der bedeutendsten Fotografinnen der Nachkriegszeit. Das asphalt Festival 2026 ist erstmalig im KIT – Kunst im Tunnel zu Gast und zeigt dort die erste Einzelausstellung des international renommierten Fotokünstlers Laurenz Berges in Düsseldorf, mit Werken aus den vergangenen 25 Jahren und aktuellen, bislang nicht gezeigten Arbeiten. Laurenz Berges dokumentiert Orte, die verlassen wurden. Dabei nutzt er ausschließlich das vorgefundene Licht und verzichtet konsequent auf Inszenierung. Seine Bilder sind stille Zeugnisse gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, etwa des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen. Vormals lebendige Städte und Gemeinden verlieren einen Teil ihrer Bevölkerung, Privatwohnungen werden verlassen, ohne dass eine neue Generation nachrückt. (…) Eröffnung im Beisein des Künstlers Laurenz Berges / Es begrüßen Sie Christof Seeger-Zurmühlen und Bojan Vuletić (asphalt Festival) sowie Jessica Aydin (KIT – Kunst im Tunnel). Kunsthistoriker Raimund Stecker, u. a. ehemaliger Direktor des Lehmbruck-Museums in Duisburg und des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf, der aktuell an der Hochschule für Bildende Künste Dresden lehrt, gibt eine Einführung als Guided Tour zu ausgewählten Fotografien.

Hans (Jean) Arp, Yael Bartana, Arno Bosselt, Michael Buthe, Walter Dexel, Minya Diez-Dührkoop, Max Ernst, Sylvie Fleury, Lucio Fontana, Dominique Gonzalez-Foerster, Heinz Grete, Wenzel Hablik, Johann Peter Hasenclever, Hannah Höch, Liesl Karlstadt & Karl Valentin, El Lissitzky, Bjørn Melhus, Joan Miró, Johannes Molzahn, Mariko Mori, Louise Nevelson, Otto Piene, Simon Quaglio, Man Ray, Odilon Redon, Alexander Rodtschenko, Thomas Ruff, Luigi Russolo, Hans Salentin, Xanti Schawinsky, Karl Friedrich Schinkel, Oskar Schlemmer, Lothar Schreyer, Lavinia Schulz & Walter Holdt, Mona Schulzek, Katharina Sieverding, Carl Spitzweg, Klaus Staeck, Sophie Taeuber-Arp, Emma Talbot, Yves Tanguy, Étienne Léopold Trouvelot, John Wood & Paul Harrison
Info: Seit jeher dient der Weltraum als mächtige Projektionsfläche für Sehnsüchte und Utopien – angesichts globaler Krisen hält er immer noch die Vision einer alternativen Existenz bereit. Apokalyptisches Erwachen und exzentrischer Grenzverlust werden mit rund 100 Werken von der Moderne bis zur Gegenwart beleuchtet – u.a. mit Max Ernst, El Lissitzky, Katharina Sieverding, Sophie Taeuber-Arp und Emma Talbot. Der Blick in den Weltraum offenbart kosmische Träume und wird zu einer Reflexion über unsere Gegenwart und Zukunft. (…) 19 Uhr: Eröffnungsreden von Dr. Julia Wallner (Direktorin, Arp Museum) und Landrätin Cornelia Weigand (Vorstand, Landes-Stiftung Arp Museum) / Im Anschluss Artists Talk mit Dominique Gonzalez-Foerster, Mona Schulzek, Bjørn Melhus, John Wood & Paul Harrison / ab 20 Uhr: Apéro unter den Sternen.

Cihan Çakmak
Info: Das Museum Morsbroich zeigt in seinem 75. Jubiläumsjahr die erste museale Einzelausstellung von Cihan Çakmak (*1993, lebt und arbeitet in Berlin und Lissabon). In verschiedenen Medien – Fotografie, Zeichnung, Video, Sound und Text – verwebt Cihan Çakmak Fragmente persönlicher Erfahrung mit kollektiven Erinnerungsräumen und verhandelt Fragen nach Identität, Herkunft, transgenerationalen Traumata und feministischer Selbstbehauptung. Ausgehend von ihrer eigenen Identität konfrontiert uns Cihan Çakmak mit einem Gegenüber, das sich stark, wütend und verletzlich zeigt. Zugleich bewegt sich das Werk in einem ambivalenten Verhältnis zwischen Zeigen und Verbergen, Emanzipation und Schutzlosigkeit und öffnet damit den Raum für aktuelle, gesellschaftskritische Fragen: Wie schreiben sich kulturelle Narrative in Körper, Psyche und Wahrnehmung ein? Wie wirken sie über Generationen fort – und wie lassen sie sich sichtbar machen, verschieben und auflösen? (…) Zur Eröffnung sprechen Arthur Horváth (Fachbereichsleiter Kultur und Stadtmarketing, Leverkusen), Fritz Emslander (Kommissarischer Direktor, Museum Morsbroich) und Thekla Zell (Kuratorin, Museum Morsbroich) / Die Ausstellung ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet / Eintritt frei.
