
SOUND WAVES! Klang, Wasser und neue Perspektiven auf den öffentlichen Raum prägen diese Woche das Kunstprogramm in NRW. Besonders reizvoll verspricht die nächste Station der ‘Grand Snail Tour’ von Urbane Künste Ruhr zu werden. Am Donnerstag, den 30. Juli, verwandelt das spanisch-niederländische Trio Studio Onderstroom die Ruhrpromenade in Herdecke mit einer ortsspezifischen Klangperformance in einen begehbaren Resonanzraum. Mit eigens entwickelten Instrumenten aus Keramik und Metall machen die Künstler*innen um Gemma Luz Bosch den Fluss selbst zum Teil ihrer Komposition (s. Titelbild). Ebenfalls am Donnerstag eröffnet im Kölner Projektraum CO³ die Ausstellung ‘Sampling The City’ der zwischen Teheran und Berlin lebenden Künstlerin Samira Hodaei. Fotografien, die unmittelbar vor und während des jüngsten Krieges im Iran entstanden, treffen hier auf historisches Archivmaterial zur iranischen Erdölindustrie. Am Wochenende lohnt zudem ein Abstecher nach Aachen, wo die Klangkünstlerin Christina Kubisch bei ihren ‘Electrical Walks’ die verborgenen elektromagnetischen Felder der Stadt hörbar macht. Wer lieber Materialexperimenten nachspürt, sollte am Sonntag, den 2. August, die Eröffnung von Evelyn Möckings Ausstellung ‘Fluides Gestein’ im Essener Mineralien-Museum nicht verpassen, die im Rahmen des Projekts ‘Sigmar Polke. Athanor NOW’ Material, Wahrnehmung und Transformation erforscht. In diesem Sinne, enjoy! 😉 OPENINGS: Urbane Künste Ruhr (‘Grand Snail Tour: Spiegeln in Herdecke’), Anna Polke-Stiftung (Evelyn Möcking), CO³ (Samira Hodaei), Nexus Nails Projectroom (Julia Wilczewski & Herbert Willems)…
Alle Termine dieser WocheJulia Wilczewski & Herbert Willems
Info: Julia Wilczewski und Herbert Willems versammeln im Nexus Nails ihre gemeinsamen künstlerischen Arbeiten, die sich an den Grenzen gewöhnlicher Wahrnehmung bewegen. In Tip of the Hidden drängt das Verborgene immer wieder an die Oberfläche, ohne sich vollständig preiszugeben. Hybride Wesen, wie eine Mischform aus Maulwurf und Mensch oder ein anthropomorpher Pilz mit teils menschlichen Sinnesorganen gehen im Schaufenster ihrer eigenen inneren Notwendigkeit nach. Für beide Künstler*innen ist Material kein Mittel zum Zweck, sondern ein Gegenüber. Erst über die Auseinandersetzung mit dem Material ergibt sich eine Form. Das Verborgene wird dabei nicht enthüllt – es kündigt sich an und entzieht sich zugleich.

Samira Hodaei
Info: Für die kommende Ausstellung präsentiert Samira Hodaei, die zwischen Teheran und Berlin lebt und für einen längeren Zeitraum in Köln zu Gast sein wird, eine Installation aus Fotografien und Fragmenten, die sie vor und während des jüngsten Krieges im Iran gesammelt hat. Die Fotografien zeigen verlassene Orte und Straßen in Teheran, die nur wenige Wochen zuvor Schauplatz gesellschaftlicher Proteste waren. Ergänzt wird die Installation durch ein Video mit historischem Archivmaterial aus dem Iran zur Geschichte der Erdölförderung des Landes. Samira Hodaei wird zur Ausstellungseröffnung anwesend sein und freut sich auf den Austausch mit den Besucher*innen. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit der Künstlerin persönlich ins Gespräch zu kommen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Contemporary Middle East e.V. realisiert. (…) Zur Eröffnung ist die Künstlerin anwesend.

Evelyn Möcking
Info: Fluides Gestein. Himmlische Funken ist eine Ausstellung der Künstlerin Evelyn Möcking im Mineralien-Museum Essen-Kupferdreh, in der Glas- sowie Plexiglasobjekte, 3D-Skulpturen und Soundcollagen vereint werden. Die Arbeiten treten in direkten Dialog mit der Sammlung, reagieren auf Objekte, verschieben Wahrnehmungen und erweitern die Ausstellungsinhalte. Das Projekt knüpft an Sigmar Polkes Athanor-Installation von 1986 an und erforscht Materialität, Prozess und Transformation zeitgenössisch. (…) Teil von Sigmar Polke. Athanor NOW →, ein internationales, dezentrales und interdisziplinäres Forschungs- und Vermittlungsprojekt, initiiert von der Anna Polke-Stiftung. 40 Jahre nach der gefeierten Präsentation von Sigmar Polkes Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Venedig Biennale 1986 aktiviert Sigmar Polke. Athanor NOW in vielfältigen Formaten die ikonisch gewordene Werkkonstellation aus aktuellen künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektiven. Im Fokus stehen dabei produktions- und rezeptionsästhetische Fragestellungen sowie Themen wie Ökologie, Alchemie, Material, Politik und Technologie. Ort: Mineralien-Museum, Kupferdreher Str. 141–143, 45257 Essen.

Joëlle Dubois
Info: Die leere Kunsthalle wird zum Ausgangspunkt einer Ausstellung, in der der Raum und seine Wände selbst zu zentralen Akteur*innen werden. Im Rhythmus von jeweils vier Wochen realisieren fünf Künstler*innen nacheinander ortsspezifische Wandmalereien auf den weißen Wandflächen der Kunsthalle. Jede Arbeit ist temporär und wird nach einem Monat wieder weiß überstrichen während bereits die nächste Intervention beginnt. Die Ausstellung ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Wandel, Vergänglichkeit und die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden in den Fokus rücken. Die Besucher*innen sind eingeladen, diesen Prozess von der leeren, weißen Wand bis zur bemalten Kunsthalle zu begleiten und verschiedene künstlerische Zugänge zur Wandmalerei zu erleben. Jeder Besuch zeigt einen anderen Zustand und offenbart neue Perspektiven auf den Raum.

Regie: Jack Hazan, GB 1973, 105 Min., OmU
Info: Anfang der 1970er-Jahre gehörte Regisseur Jack Hazan zum engen Freundeskreis von David Hockney, der schillernden Figur der Londoner Kunstszene der Swinging Sixties. Es ist keine einfache Zeit für den brillanten Maler: Seine Beziehung zu Peter Schlesinger ist zerbrochen, und ausgerechnet jetzt ringt er um die Vollendung seines großen Gemäldes Portrait of an Artist (Pool with Two Figures), auf dem Schlesinger als bekleidete Figur einem Schwimmer zusieht. Trotzdem gewährt Hockney dem Regisseur einen Einblick in sein Leben zwischen London, New York und Kalifornien – mehr noch: Er spielt sich selbst. Ein Amalgam entsteht aus Experiment und Illusion, Dokument und Inszenierung. A Bigger Splash wird zu einer poetischen Momentaufnahme der Künstler- und Schwulenszene der 1970er-Jahre, schon bald zum Klassiker und bis heute bewundert. (…) Die Projektionen beginnen nach Einbruch der Dunkelheit, Einlass ist ab 21 Uhr. Es stehen Klapp- und Liegestühle bereit, und die Bar ist geöffnet. Bei Regen finden die Vorführungen im Innenraum statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Ludwig Mies van der Rohe
Info: Erleben Sie die visionäre Architektur von Mies van der Rohe bei einer Führung durch die ikonischen Häuser Lange und Esters. Diese in den späten 1920er Jahren erbauten Bauhaus-Villen gelten als bedeutende Beispiele für die moderne Architektur und verkörpern Mies revolutionäre Ideen von Formalismus, offenen Raumkonzepten und der harmonischen Verbindung von Innen- und Außenräumen. Die ursprünglich als Wohnhäuser konzipierten Gebäude sind heute bedeutende Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst und Design. Entdecken Sie, wie Architektur, Natur und Kunst hier auf einzigartige Weise miteinander in Dialog treten. (…) Kosten 4 € zzgl. Museumseintritt / Anmeldung unter +49 (0) 2151-97 55 81 37 oder servicekunstmuseen@krefeld.de →
