
LISTEN UP! Am Samstag, den 23. Mai, eröffnet im Ludwig Forum Aachen die große Überblicksschau ‘The Emergence of Sound’ der deutschen Klangkünstlerin und Komponistin Christina Kubisch (*1948). Seit über fünfzig Jahren bewegt sich Kubisch an den Schnittstellen von Musik, Installation, Performance und Medienkunst und gilt heute als Pionierin der Klangkunst im deutschsprachigen Raum. Ihr Werk wurde vielfach prämiert und international ausgestellt – u.a. mehrmals auf der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel. Das Ludwig Forum versammelt nun Arbeiten aus den 1970er-Jahren bis heute und präsentiert neben historischen Klanginstallationen, intermedialen Performances und nie zuvor gezeigtem Archivmaterial auch neue ortsbezogene Werke, die eigens für die Stadt Aachen entwickelt wurden. Im Zentrum steht dabei immer die Frage, wie Klang unsere Wahrnehmung von Raum und Umwelt beeinflusst. Besonders bekannt ist Kubisch für ihre sogenannten ‘Electrical Walks’: Stadtspaziergänge mit speziellen Kopfhörern, die elektromagnetische Signale aus der Umgebung hörbar machen und so ein verborgenes akustisches Paralleluniversum offenlegen. Auch die Ausstellung selbst versteht Klang nicht nur als musikalisches Element, sondern als soziokulturelle und physische Erfahrung. So findet zur Eröffnung am Samstag um 19:30 Uhr auch eine Wiederaufführung und Erweiterung von Kubischs Performance ‘Emergency Solos’ statt. In diesem Sinne: Sound an, Lauscher auf und viel Spaß beim Besuch! 😊 Weitere Infos hier:
www.ludwigforum.deMichael Van den Abeele, Chantal Akerman, Danai Anesiadou, Ethan Assouline, Sammy Baloji, Marianne Berenhaut, Kasper Bosmans, Jef Cornelis, Jos de Gruyter & Harald Thys, Laurent Dupont, Jana Euler, Arnaud Eubelen, Collectif Faire-Part, Béla Feldberg, Mona Filleul, Gust Duchateau, Felix Kindermann, Aglaia Konrad, Stéphane Mandelbaum, Céline Mathieu, Hana Miletić, Shaun Motsi, Willem Oorebeek, Jurgen Ots, Marina Pinsky, Sophie Podolski, Emile Rubino, Chéri Samba, Michaela Schweighofer, Beat Streuli, Walter Swennen, Angharad Williams
Info: Die Ausstellung Eine Stadt als Atelier richtet den Blick auf Brüssel als vielschichtigen, städtischen Organismus. Die Stadt vereint kosmopolitische Vielfalt, Überlagerungen politischer Machteinflüsse und soziale Spannungen – ein chaotisches, aber inspirierendes Umfeld für künstlerisches Schaffen. Brüssels Architektur, Kolonialgeschichte und Zuwanderung prägen Arbeitsweisen, in denen Nonkonformismus, Widerstand und urbane Realität reflektiert werden. Die Ausstellung untersucht künstlerische Sichtweisen auf Stadtstrukturen, soziale Texturen und historische Spuren. Mit Stationen in Köln und Brüssel verknüpft das Projekt historische und geografische Resonanzen, verdeutlicht kulturelle Verflechtungen zwischen Städten und erweitert die Lesart urbaner Topografien durch künstlerische Praktiken. Brüssel wird so zum Modellraum für die Reflexion, wie Städte als lebendige Organismen durch Kunst immer wieder neu verstanden werden können.

Marc Botschen
Info: Marc Botschen setzt sich in seinen materiell diversen Arbeiten mit der deutschen Vergangenheit und ihrer Identitätspolitik auseinander, zeigt die Brüchigkeit dieser Selbstkonstruktionen auf und betrachtet eine Gegenwart, in der die Strukturen dieser Ideologien sich allseits wiederfinden. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit den Konstrukten des Selbst und dessen Simulakren. Anhand des Ahnenpasses – ein Relikt aus dem Dritten Reich und vorher im Besitz des Urgroßvaters des Künstlers – entwickelt Botschen eine Reihe von Ätzungen, bei denen die geschichteten Einzelseiten des Originaldokuments mit Säure auf Aluminiumplatten übertragen werden. So zum Ornament geronnen erscheint das Dokument, das einmal über Leben und Tod in der NS-Zeit entschieden hat, als ruinöses Relief – ein Alien, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sprache und Zeichen, die Ideologien freisetzen und als Bilder zu Identifikationsträgern werden, bilden auch den roten Faden seiner malerischen Auseinandersetzung mit den oft paradoxen Prozessen und Strukturen von Identitätsbildung. Von den Bildwelten online politisierter Subkulturen inspiriert zeigen die Malereien emblematisch ein von Stärke, Macht, Dominanz und Härte bestimmtes Selbstideal. Ähnlich dem zersetzenden und verfremdenden Gestus der Säurebehandlung werden diese Versatzstücke im malerischen Gestus entfremdet, offen gelassen und dadurch in ihrem vorherigen Selbstverständnis in Frage gestellt und in ihrer Banalität humoristisch kommentiert. Ob die Symbole uns gehören, oder wir nicht viel mehr ihnen – diese Frage wird hier nochmal neu gestellt.

Stefanie Bühler, Arpad Dobriban, Klaus Fritze, Kanade Hamawaki, Aslı Hatipoğlu, Temitayo Ogunbiyi, Katie Paterson
Info: Ecologies in Motion ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten → und der Kunsthalle Düsseldorf, das im Rahmen der Projektreihe Kunsthalle unterwegs realisiert wird. Der Mitte des 18. Jahrhunderts im Zentrum Düsseldorfs angelegte, zweieinhalb Hektar große Malkastenpark steht im Zentrum des Kooperationsprojekts. Dabei fungiert der Park nicht nur als Kulisse, sondern wird als aktiver Mitspieler in künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen sichtbar gemacht – als Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Transformation. Skulpturen, Performances und Interventionen beleben den Park auf vielfältige Weise und öffnen ihn als Raum für zeitgenössische Kunst, Biodiversität im urbanen Raum und Begegnungen unterschiedlicher Art. Ecologies in Motion greift den Park als sozialen, ökologischen und ästhetischen Raum auf. Als sozialer Raum bietet er Möglichkeiten der Begegnung, des Austauschs und der kollektiven Erfahrung, während er als ökologischer Raum neue Blickwinkel auf Biodiversität im urbanen Kontext eröffnet. (…) Ort: Malkastenpark / ab 15 Uhr: Kombucha Tasting mit Aslı Hatipoğlu / 16 Uhr: Begrüßung mit Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache / 17–17:30 Uhr: To Burn, Forest, Fire, Intervention / 18 Uhr: Ansäen im Rahmen von Zukunftsarchäologische Anstalt 2026/51.229928, 6.788207.

Jon Rafman
Info: Jon Rafman (geb. 1981 in Montreal) gehört zu den bedeutendsten Künstlern, die sich mit dem digitalen Zeitalter auseinandersetzen. Seine Videos, Filme und immersiven Installationen untersuchen, wie die digitale Kultur Begehren, Identität und Erfahrung neu prägt. Rafmans künstlerische Praxis verbindet virtuos erzählte Geschichten mit digital erzeugten Bildwelten, in denen Gegensätze wie Aufrichtigkeit und Ironie, Schönheit und Groteske, Verbundenheit und Entfremdung nebeneinander existieren. Dabei greift er auf Internet-Subkulturen, virtuelle Welten und KI-generierte Bilder zurück. Rafman schafft künstliche Realitäten, die zugleich verführerisch und verunsichernd wirken. Main Stream Media in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in einem deutschen Museum. In immersiven, raumfüllenden Installationen gibt sie einen Überblick über Rafmans Schaffen seit 2008. (…) Zur Eröffnung sprechen Susanne Gaensheimer (Direktorin, Kunstsammlung NRW), Leopold Freiherr von Diergardt (Vorstandsvorsitzender, Freunde der Kunstsammlung NRW), Bettina Böhm (Gründerin, LEAP Art Foundation), Karen Archey und Doris Krystof (Kuratorinnen, Kunstsammlung NRW).

Nadine Karl, Mira Siering
Info: Am Samstag, den 30. Mai 2026, lädt das Kuratorium der Simultanhalle zur Eröffnung von wittern ein und freut sich auf viele interessierte Besucher*innen in den Sommermonaten. Mit einer interdisziplinären Rückverzauberung des Ortes, der Hinterfragung verlorener Zukunftsversprechen und der Erforschung sozialer Gefüge greift die Ausstellung Themen wie Gemeinschaft, Verfall und neue soziale Rituale in unserer Gesellschaft auf. Die Künstlerinnen Mira Siering und Nadine Karl machen das Gelände für die Ausstellung über einen Zeitraum von drei Monaten installativ erfahrbar: Sie verschränken skulpturale, landschaftliche und architektonische Ansätze und entwickeln künstlerische und fiktive Räume im gegenseitigen Dialog ihrer künstlerischen Praxis, des Ortes selbst, seiner Nachbarschaft und der witterungsbedingten Veränderung. Die Gegenüberstellung der dauerhaften Arbeiten wird durch performative Interventionen der Künstler*innen Darcy Neven, Philip Nürnberger und Mohamed Moe Sabbah am Performance-Tag, den 20. Juni 2026, erweitert. (…) Öffnungszeiten: Eröffnung am Samstag, 30. Mai, 16–22 Uhr / Performance-Tag am Samstag, 20. Juni, 17–22 Uhr / Closing am Samstag, 29. August, 14–18 Uhr / weitere Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

Gregor Hildebrandt
Info: Gregor Hildebrandt (b. 1974, Bad Homburg vor der Höhe, DE) presents his first solo exhibition Zwischen A und w at Ruttkowski;68 in Bochum. Gregor Hildebrandt is in Bochum. More precisely, Zwischen A und w, so to speak. Hildebrandt’s work moves between beginnings and ends, the black and white, the Alpha and Omega, his parents Astrid and Wolfgang, Anni Albers, a pharmacy lightbox, David Bowie, Alberto Burri, a farmer, and the Wurlitzer. There runs a magical universe, world of recordings, magnetic notations, or noted references. Hildebrandt mostly works with the gradually vanishing storage media of recent history and transforms them into art. The reinterpretation of everyday objects and pop cultural myths undergoes a twofold auratic enhancement, also on account of the subjective idea of the productions once stored there. Playfully, Hildebrandt combines the most varied elements and references from music, film, literature, and art history for a collaborative game of allusions. The paintings made of magnetic tape or audio cassettes, the sculptures created from specially shaped vinyl, the terrazzo like mosaics of broken records, and the supermarket inspired exhibitions with chess pieces call forth new and sensuous familiarities: tactile experiences of music, painterly representations of sound, homely decors and stylistic variations, not least hidden echoes of minimalist aesthetics. Interior design as an exclusive mass and storage medium. A new view of Nouveau Réalisme, the revolution of the everyday. Exactly like this: Zwischen A und w. – Gregor Jansen
