
VOLLES PROGRAMM! Der März startet mit vielen neuen Ausstellungen in NRW. Allein am Freitag, den 6. März, öffnen zahlreiche Galerien und Institutionen parallel ihre Türen. Hier einige Highlights: Im Westfälischen Kunstverein in Münster zeigt die US-amerikanische Künstlerin Julia Heyward (*1949) frühe Arbeiten aus ihrer medienübergreifenden Performance-Praxis. Ebenfalls am Freitag eröffnet die Malerin Tatjana Valsang in der Konrad Fischer Galerie in Düsseldorf, während Beck & Eggeling den 95. Geburtstag von Heinz Mack (*1931) mit neuen Werken des ZERO-Pioniers feiern. Bei Sies + Höke präsentiert der Berliner Künstler Paul Hutchinson (*1987) neue Fotografien zu urbanen Räumen und Fragen sozialer Teilhabe – nebenan zeigt der Projektraum Caprii eine Ausstellung der Filmemacherin Paula Allhorn (*1995). Den Freitag beschließt Nadine Lohof (*1987) bei Ruttkowski;68, die in Malerei und Objekten Werkzeuge und Körper als ambivalente Träger von Fürsorge und Verletzung untersucht. Am Samstag, den 7. März, eröffnet im Aachener Kunsthaus NRW die Duo-Show ‘crossfade’ mit Enya Burger (*1996) und Fabian Friese (*1994), beide ausgebildet an der Kunstakademie Düsseldorf. Das Finale folgt am Sonntag, den 8. März, im IKOB in Eupen mit der Eröffnung von Wolfgang Nestler (*1943), einem der prägenden Bildhauer der deutschen Nachkriegsmoderne. Viel Spaß beim Besuch! 😊 WEITERE OPENINGS: Malkasten (Maxim von Schirach), Insel Hombroich (Karla Kleinschmidt), Villa Zanders (‘Zeichenräume’), Westfälischer Kunstverein (Tornike Gognadze), Kunstverein Bielefeld (‘Artothek’), Braunsfelder (Ester Knapová), fiebach minninger (Josef Schulz), Weltkunstzimmer (Wolfgang Schäfer), Off-Space by Stadtsparkasse Düsseldorf (‘Steinstraße Siebzehn’)…
Alle Termine dieser WocheJulia Heyward
Info: Die Künstlerin und Performerin Julia Heyward (*1949, US) beschreibt ihren Umgang mit Sprache als verworren, assoziativ, fieberhaft und didaktisch – ein spielerisches Mittel, um durch Exzess und Störung Emotionen auszulösen. Inspiriert von Vaudeville-Theater, Slapstick, Jodeln, mongolischem Kehlkopfgesang, sowie Bauchrednerei und verschiedenen Methoden der phonetischen Verzerrung entwickelte Heyward eine eigenständige theatrale Ästhetik. Die Ausstellung Voices of Many Voices konzentriert sich auf Heywards frühe Performances, deren überlagerte Projektionen, Live-Musik, Requisiten und Kostümen sich fließend zwischen Spoken-Word-Performance, Konzertformaten und Theater bewegten. Statt an ein einzelnes Medium gebunden zu sein, entfaltet sich ihre Praxis über verschiedene Formate hinweg und verfolgt eine kontinuierliche, medienübergreifende Auseinandersetzung mit Sprache, Klang und Bild. (…) Begrüßung von Tobias Viehoff (Vorstandsvorsitzender, Westfälischer Kunstverein), inhaltliche Einführung von Theresa Roessler (Direktorin & Kuratorin, Westfälischer Kunstverein). Gleichzeitig eröffnet das neue RADAR-Projekt von Tornike Gognadze.

Pablo Schlumberger (Künstler), Fion Pellacini (Künstler, Komponist, Musiker)
Info: Wer beim Umschreiten des K21 weit nach oben unter das Dachgesims des alten Ständehauses blickt, kann dort die Figuren engelsgleicher Kinder entdecken. Schon weit über 100 Jahre halten sie die Wappen der Stände und Provinzen, deren Vertreter sich hier einst zum Provinziallandtag einfanden. Am 6. März dürfen sich die Putti eine Auszeit von ihrer repräsentativen Pflicht erlauben und unter der Kuppel einen Drink nehmen. Das K21 steht nach den regulären Öffnungszeiten allen offen, die ihnen Gesellschaft leisten wollen. Trinkend, redend oder auch schweigend, denn zusammen ist man weniger allein. Pablo Schlumbergers nomadische Bar Putti reagiert mit jedem Erscheinen auf den neuen Ort und seinen Kontext und verändert so immer wieder ihre Gestalt und Ausrichtung. Nach Stationen im Harburger Bahnhof (2019), der Neuen Barmbeker Apotheke (2021) und dem BPA in Köln (2023) taucht sie dieses Mal in einem besonders entlegenen Teil des Kuppelgeschosses im K21 auf. Für einen Abend wird der schlauchförmige Raum zwischen Treppenturm und Aufzug zur Rooftop Bar. Ihr wechselndes Signet, dieses Mal zwei Fontänen weinende Katzen, deutet bereits an, dass in diesem Labyrinth aus Museumsmobiliar durchaus Platz für Mitleid ist. Im Französischen heißt es regnet bekanntlich il pleut – es weint. Passenderweise stehen hier schon die Auffanggefäße für die nächsten Himmelstränen bereit. Begleitet wird der Abend von den melancholisch-sphärischen Klängen von Fion Pellacini. Prost – die Getränke sind frei!

Enya Burger, Fabian Friese
Info: Die Ausstellung crossfade stellt zwei junge Künstler*innen aus NRW vor, deren Werke sich in diesem Double Solo erstmals direkt begegnen. In ihrer vielfältigen künstlerischen Praxis setzt sich Enya Burger (*1996 in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Düsseldorf) intensiv mit Machtstrukturen auseinander, aber auch mit der Frage, inwieweit sich Geschichte in Natur einschreibt. In ihren Videos, Installationen und Objekten verknüpft Burger Wissensfelder wie Biologie, Mythologie und Themen der geschlechtlichen Zuschreibung. Enya Burger beendete 2024 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gregor Schneider, zuvor studierte sie als Meisterschülerin bei Marcel Odenbach. (…) Die Objekte und raumgreifenden Installationen von Fabian Friese (*1994 in Leverkusen, lebt und arbeitet in Köln) haben oft einen theatralischen oder szenografischen Charakter. Dabei dienen die Objekte als Träger für Geschichten, die zwischen dem Intimen und dem Historischen schweben. Friese arbeitet mit Fragmenten: aus der Erinnerung, der Architektur, dem Design-Kanon und gelebten Erfahrungen. Fabian Friese studierte von 2015 bis 2022 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gregor Schneider und als Meisterschüler bei Dominique Gonzalez-Foerster. (…)

Evelyn Möcking, Daniel Nehring
Info: Zwei Positionen, ein gemeinsamer Nenner: wo Kunst auf Wissenschaft trifft, beginnt ihr eigentliches Spielfeld. Während Evelyn Möcking ihr Wissen aus der naturwissenschaftlichen Präparation in eine künstlerische Praxis überführt, die Materialkenntnis und forschende Neugierde verbindet, arbeitet Daniel Nehring mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden und (digitalen) bildgebenden Verfahren. Die Gemeinsamkeiten der Düsseldorfer Künstler*innen liegen weniger in einer formalen Ähnlichkeit als in einer geteilten Haltung: Kunst als offener, interdisziplinärer Denkraum, in dem Wissen sichtbar, befragbar und neu erfahrbar wird. So wird die gemeinsame Ausstellung Wer könnte der Sonne widersprechen?, die ab dem 14. März 2026 in den Räumen der Brunhilde Moll Stiftung am Drakeplatz 4 zu sehen sein wird, selbst zur Kontaktzone, einem experimentellen, forschenden System zwischen Material und Modell, Wissenschaft und Imagination, Wahrnehmung und Erkenntnis. Prozesse, Kreisläufe und Transformationen verdichten sich hier zu einem dialogischen Gesamtgefüge.

Aneta Kajzer
Info: Aneta Kajzers Malerei ist gestisch intuitiv und farbintensiv. Ihre Bilder entstehen aus dem malerischen Prozess heraus. Es gibt keine vorangestellten Bildideen oder Vorzeichnungen. Flächen und Formen ziehen über das Bildgeschehen. Aus ihnen formuliert sich Gegenständliches heraus: Wesen, Gesichter, Landschaften, die sich wieder auflösen. Das geschieht mal spielerisch, mal bedrohlich oder ganz unvermittelt. Was wir sehen, bleibt widersprüchlich. Wir erkennen darin die Begrenztheit unserer Einbildungen. Und wir spüren: Wahrnehmung ist immer auch Hingebung. Aneta Kajzer (*1989 Kattowitz) studierte Malerei bei Prof. Anne Berning und Prof. Shannon Bool an der Kunsthochschule Mainz. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. 2019 das Stiftung Kunstfonds Arbeitsstipendium, 2021 das Marianne-Defet-Malerei-Stipendium und 2022 den Kallmann-Preis mit Einzelausstellung am Kallmann-Museum Ismaning. 2019/20 war Kajzer Teil der großen Gruppenausstellung Jetzt! Junge Malerei in Deutschland, die im Kunstmuseum Bonn, im Museum Wiesbaden, in den Kunstsammlungen Chemnitz und in den Deichtorhallen Hamburg gezeigt wurde. Sie lebt und arbeitet in Berlin. (…) Zur Eröffnung sprechen Rainer Weichelt (Vorsitzender, Neue Galerie Gladbeck), Marie-Antoinette Breil (Beigeordnete und Kulturdezernentin, Stadt Gladbeck) und Sabine Maria Schmidt (Kuratorin und Leitung, Neue Galerie Gladbeck) – die Künstlerin ist anwesend.

Rebecca Horn
Info: Mit Rebecca Horn. Emotion in Motion präsentiert der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal ab 14. März 2026 eine umfassende Einzelausstellung der 2024 verstorbenen Künstlerin Rebecca Horn (1944–2024). Die retrospektiv angelegte Schau vereint großformatige Installationen und kinetische Kunstwerke aus vier Jahrzehnten und zeigt in allen Ausstellungshallen sowie in der Villa Waldfrieden das vielseitige, medienübergreifende Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit der von Rebecca Horn 2007 in Bad König gegründeten Moontower Foundation, die seit dem Tod der Künstlerin ihren künstlerischen Nachlass verwaltet und betreut. Ihr Stiftungsziel ist, Künstler*innen zu fördern und das Werk Rebecca Horns lebendig zu halten sowie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt im Odenwald geboren. Die Arbeit an ihren ersten Körperskulpturen, die sie während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den 1960er-Jahren als Kunststoffabformungen umsetzte, führten aufgrund der im Verarbeitungsprozess entstandenen giftigen Dämpfe zu einem langen Krankenhausaufenthalt der Künstlerin. Aus dieser Erfahrung der Isolation sind Rebecca Horns Körperextensionen entstanden. (…) Eröffnung mit musikalischer Begleitung durch Gunda Gottschalk mit Trio.
