ArtJunk
No. 24—2026

 

 

This Week

MUR BRUT 39: Emmélie Lempert. Enter and Dissolve

Kunsthalle Düsseldorf

Emmélie Lempert

Info: Entlang der rohen Wand entfaltet sich eine Abfolge metallischer Rahmen, die zwischen Zeichnung, Objekt und räumlicher Konstruktion changieren und eine fragile, fast hautähnliche Bildlogik erzeugen. Ausgangspunkt ist der menschliche Körper als gesellschaftlich geformte und zugleich wandelbare Oberfläche. Kleidung erscheint dabei als Träger von Spuren: Bewegung, Druck, Reibung und Veränderung schreiben sich in textile Materialien ein und werden dadurch als eine Art Gedächtnis des Körpers lesbar. Die Arbeiten beschäftigen sich mit Vorstellung von Geschlecht, Schönheit und Identität sowie mit den gesellschaftlichen Bildern und Normen, die auf den Körper wirken, insbesondere auf weiblich gelesene Körper, Transparente Glasflächen, die textile Materialien einschließen, erzeugen eine Ambivalenz von Präsenz und Entzug. Körperlichkeit erscheint dabei fragmentiert und Identität als instabiler Prozess. Der Titel Enter and Dissolve verweist auf diese Spannung: auf das Eintreten in körperliche und materielle Zustände (enter) und zugleich auf das fortwährende Auflösen von Formen und Grenzen zwischen Körper, Kleidung und Raum (dissolve). Ort: Parkhaus der Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf.

Kunsthalle Düsseldorf Emmélie Lempert ArtJunk

Museumsjubiläum & Wiedereröffnung des Zwölf-Räume-Hauses

Stiftung Insel Hombroich

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums des Museums Insel Hombroich

Info: Seit 2021 findet ein tiefgreifender ökologischer Umbau zum klimagerechten Museum in Hombroich statt. Im Sommer 2024 konnte mit der Wiedereröffnung des Labyrinths ein erster großer Bauabschnitt vollendet werden, mit der Fertigstellung des Zwölf-Räume-Hauses wird nun ein fünf Jahre dauerndes Maßnahmenpaket abgeschlossen. Wir freuen uns sehr, mit Unterstützung von Bund, Land und Kommunen das zweite große Sanierungsprojekt im Museum Insel Hombroich mit einem Festakt zu beenden. Um 14 Uhr erwartet Sie in der Konzertscheune anlässlich des 40. Jahrestages der Museumseröffnung und des 90. Geburtstags des Stiftungsgründers Karl-Heinrich Müller eine musikalische Intervention des Fördervereins Insel Hombroich mit dem jugendlichen Trio Futuro. Zudem gilt am Samstag und Sonntag freier Eintritt für alle Besuchenden. (…) Zur Wiedereröffnung sprechen Prof. Oliver Kruse (Vorstandsvorsitzender, Stiftung Insel Hombroich), Ina Brandes MdL (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Konrad Schmidt-Werthern (Amtschef des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Katharina Reinhold (Landrätin, Rhein-Kreis Neuss), Rainer Breuer (Bürgermeister, Stadt Neuss), Prof. Dr. Hermann Parzinger (Kurator des Hauptstadtkulturfonds) und Roland Nachtigäller (Geschäftsführer, Stiftung Insel Hombroich) / Für den musikalischen Rahmen sorgt Jan Böhme & Bläserensemble.

Stiftung Insel Hombroich Zwölf Räume Haus ArtJunk

Céline Vahsen

Info: Céline Vahsen nutzt textile Verfahren, um bildhafte Kompositionen zu schaffen, die im Material ihres Mediums verankert sind. Der Akt des Aufspannens gewebter Leinwände definiert das quadratische Format, lässt ihre natürlichen Farben vibrieren und verwandelt sie in ausdrucksvolle, abstrakte Arbeiten. Ihre Werke drücken die Autonomie des Textils aus, das bei ihr eine zentrale Rolle einnimmt. 2022 gewann sie den regionalen Förderpreis des vom IKOB ausgerichteten Feministischen Kunstpreises. Vier Jahre später entwickelte sie für das IKOB eine Ausstellung, die eigens auf die räumlichen und kontextuellen Gegebenheiten des Hauses abgestimmt ist. Dabei treten neue Arbeiten in einen Dialog mit bestehenden Werken und eröffnen eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Materialität, Form und Wahrnehmung. Die Präsentation macht sowohl die Kontinuitäten als auch die Weiterentwicklungen in ihrem künstlerischen Schaffen sichtbar und lädt dazu ein, ihre textile Praktiken als eigenständige Bildsprache neu zu entdecken. (…) Zur Eröffnung sprechen Paul Falkenberg (Präsident, IKOB), Gregor Freches (Minister für Kultur, Sport, Tourismus und Medien, Ostbelgien), Frank-Thorsten Moll (Direktor, IKOB) und Brenda Guesnet (Kuratorin, IKOB) / Parallel eröffnet die Ausstellung Barbara & Michael Leisgen. Pink Depression.

IKOB Celine Vahsen ArtJunk
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Upcoming

Human AI Art Award 2026: Christopher Kulendran Thomas. Peace Core (surround)

Kunstmuseum Bonn

Christopher Kulendran Thomas

Info: Bereits zum dritten Mal verleihen die Deutsche Telekom und das Kunstmuseum Bonn 2026 den Human AI Art Award. Mit einem Preisgeld von 10.000 Euro und einer Ausstellung im Human AI Art Space fördert der Award innovative künstlerische Ansätze in Zeiten digitaler Transformation. Der jährlich ausgelobte Preis würdigt Künstlerinnen und Künstler, die im Spannungsfeld von Bildender Kunst und modernster Technologie, insbesondere Künstlicher Intelligenz, arbeiten und hier Pionierarbeit leisten. Diesjähriger Preisträger ist der Künstler tamilischer Abstammung Christopher Kulendran Thomas. Mit der Preisverleihung am 24. Juni wird auch die knapp dreimonatige Ausstellung im Human AI Art Space vor dem Kunstmuseum Bonn eröffnet. Sie wird sein Werk Peace Core, 2026 als ortsspezifische immersive Installation zeigen. Der Human AI Art Award würdigt Künstler*innen, die im Spannungsfeld von Bildender Kunst und modernster Technologie, insbesondere Künstlicher Intelligenz, arbeiten und hier Pionierarbeit leisten. (…) Zur Preisverleihung und Eröffnung wird der Preisträger Christopher Kulendran Thomas anwesend sein.

Kunstmuseum Bonn Christopher Kulendran Thomas ArtJunk

Augur

Westfälischer Kunstverein

Steffani Jemison

Info: Ein Sprung – und die Leere. Ein Augur stellt sich die Zukunft vor und findet Inspiration in den unvorhersehbaren Gesten des Fliegens. In Steffani Jemisons raumgreifender Ausstellung verbinden sich Zustände des Aushaltens und Entkommens zu einer dichten Installation aus Klang, Skulptur, Zeichnung und Video. Die Idee, sich unter Bedingungen der Einschränkung zu bewegen, prägt die Praxis der Künstlerin Steffani Jemison maßgeblich. Fugitivity (Dt.: Flüchtigkeit/Entzug) ist ein wiederkehrendes Anliegen in ihrer visuellen und textuellen Arbeit, in der Flucht nicht als physisches Entkommen erscheint, sondern als ein sich verändernder Zustand von Sprache, Körper und Denken. »[W]as es bedeutet zu fliehen und was es bedeutet zu bleiben, is untrennbar damit verbunden, was es bedeutet zu kämpfen.« Ausgangspunkt für ihre Einzelausstellung in Münster ist die Sprache der Vögel (Engl. language of the birds) – ein Konzept, das sich in spirituellen, mystischen und literarischen Traditionen wiederfindet und eine göttliche und vollkommene Sprache beschreibt, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Was als symbolische Figur beginnt, entfaltet sich nach und nach als Methode – eine Art des Lauschens auf Bedeutungen und Gesten, die flüchtig bleiben. (…) Zur Eröffnung sprechen Tobias Viehoff (Vorsitzender des Vorstands) und Theresa Roessler (Direktorin & Kuratorin) / Gleichzeitig eröffnet das neue RADAR-Projekt von Swinda Oelke.

Westfälischer Kunstverein Steffani Jemsion ArtJunk

WAYWARD

Ruttkowski;68

Francesco Igory Deiana

Info: Francesco Igory Deiana (b. 1986, Milan, lives and works in New York) presents his fifth solo exhibition WAYWARD, with Ruttkowski;68 in Düsseldorf. The works on view emerge from a journey. Joining a charity rally through West Africa toward Guinea-Bissau, Deiana traveled with his brother carrying the intention of donating a car through the Tavolo 8 organization. On this journey, Francesco painted the car using enamel paints, incorporating his own iconography, style, and references, with some inspiration drawn from the Martini Lancia race cars. The car – named WAYWARD – was ultimately donated to a local hospital, where it remains in active use as a transport vehicle today. It became both artistic project and companion, witnessing an intense passage through shifting landscapes, climates, and rhythms. The exhibition focuses on the experiences, observations, and transformations gathered along the way. The paintings carry traces of this movement. Their palette draws from the colors of West Africa: saturated blues, dusty reds, luminous yellows, and subtle transitions that evoke changing light seen through windows, windscreens, and horizons. Motifs reappear like fragments of memory – a falcon in flight, trees, birds, and geometric window forms reminiscent of mid-century aircraft. (…)

Ruttkowski;68 Francesco Igory Deiana ArtJunk
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